Polizeinotruf in dringenden Fällen: 110

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Jahresrückblick Kriminalität 2016 Kreis Viersen

Landrat Dr. Coenen
Jahresrückblick Kriminalität 2016 Kreis Viersen
Die Kriminalität im Jahr 2016 im Vergleich zu den Vorjahren
Die Kreispolizeibehörde Viersen stellt an dieser Stelle mit einleitenden Worten den kommentierten Jahresrückblick zur Kriminalitätsentwicklung 2016, der sich rechts in der Box befindet, vor:
Polizei Viersen, Heymanns, KHK'in

Der Kreis Viersen ist und bleibt ein sicherer und darum lebenswerter Kreis! Die Kriminalität im Verhältnis zu der Einwohnerzahl ist bei uns deutlich geringer als im Land Nordrhein-Westfalen. Zwar ist die Zahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen, doch liegen wir immer noch deutlich unter dem 10-Jahres-Schnitt. Das ist sehr erfreulich!

 

Die Aufklärungsquote im Vergleich zum Vorjahr ist leicht gesunken. Immer noch aber klären wir mehr als die Hälfte der Straftaten auf und das ist ein guter Wert.

 

Objektiv betrachtet, ist der Kreis Viersen im Landesvergleich wirklich sicher. Doch Sicherheit hat immer zwei Seiten:

 

Sicherheit objektiv (Hellfeld: PKS) und subjektiv (Sicherheitsgefühl)

Sicherheit hatte immer schon in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Sie gehört zu den Grundbedürfnissen eines Menschen, um zufrieden und glücklich in einer Gesellschaft leben zu können.

 

Die Polizei, als eine der Sicherheitsinstitutionen des Staates, versteht sich als Garant für die innere Sicherheit. Daher kommen ihr entscheidende Aufgaben vor allem beim Treffen von Maßnahmen zum Schutz der objektiven Sicherheit als auch in der Bekämpfung des Unsicherheitsgefühls der Bevölkerung zu.

 

Der Begriff der Sicherheit umfasst nämlich sowohl eine subjektive (Sicherheitsgefühl) als auch eine objektive (objektive/tatsächliche Kriminalitätslage) Komponente.

Das Hellfeld (also die bekannt gewordene Kriminalität) findet sich in der Statistik wieder. In der Box oben rechts finden Sie einen kommentierten Auszug.

 

Zum Sicherheitsgefühl:

Medienberichte, die in dieser Vielfalt und Weite früher nicht so nah und häufig an die Menschen gelangten, können zu Kriminalitätsfurcht führen, und das auch dann, wenn die Straftaten „weit weg“ sind und mit der objektiven Sicherheit im Kreis Viersen gar nichts zu tun haben. Sehr deutlich geworden ist dies zum Beispiel nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof. Obwohl es keine Straftaten im Kreis gibt und gab, die mit den Vorfällen in Köln vergleichbar wären, haben die Straftaten in Köln das Sicherheitsgefühl der Menschen auch hier im Kreis Viersen massiv beeinträchtigt.

 

Ein Indikator für diese Aussage ist der eklatante Anstieg von Anträgen auf den Kleinen Waffenschein, den wir nach der Silvesternacht im Kreis Viersen verzeichneten.

 

Hatten im gesamten Jahr 2015 im Kreis Viersen 139 Menschen einen solchen Antrag gestellt, so waren es im Jahr 2016 etwa 1.100., davon 850 alleine im ersten Halbjahr.

 

Das bedeutet: Das Sicherheitsgefühl der Menschen im Kreis Viersen hat gelitten durch Vorfälle, die keinen Bezug zur objektiven Sicherheitslage im Kreis Viersen haben.

 

Doch gibt es auch bei uns im Kreis Viersen Entwicklungen, die das Sicherheitsgefühl der Menschen stark beeinflussen und das ist zum Beispiel bei den Wohnungseinbrüchen der Fall, bei denen wir allerdings auch objektiv eine problematische Entwicklung für 2016 konstatieren müssen.

 

Unsere Prämisse heißt nicht unbedingt: Wir wollen, dass Sie sich sicher fühlen.“ Wir arbeiten unter der Prämisse: „Wir wollen, dass Sie sich sicher fühlen können“. Wir nehmen dabei die Sorgen und Ängste der Menschen sehr ernst. Uns ist es aber wichtig, dass die Menschen durch unsere gemeinsame Arbeit möglichst wenige begründeten Ängste und Sorgen haben müssen.

Wir wollen dafür sorgen, dass die objektive Sicherheitslage möglichst wenig Grund dafür bietet, Kriminalitätsfurcht zu entwickeln.

Wir wollen dafür sorgen, dass die Menschen durch unsere Öffentlichkeitsarbeit so aufgeklärt sind, dass sie erkennen, wo tatsächliche Kriminalitätsgefahren im Kreis Viersen für sie bestehen.

Wir erklären Ihnen, wie Sie sich davor schützen können und wollen Sie motivieren, dies auch zu tun.

Wir versuchen den Menschen klar zu machen, dass die Polizei eben alleine nicht so erfolgreich gegen diese Gefahren ankämpfen kann wie im Zusammenwirken. Die Menschen stehen auch selber in der Verantwortung, die Gefahren, Opfer einer Straftat zu werden, zu vermeiden oder zu verhindern.

An dieser Stelle sei der Hinweis aus den Vorjahren erlaubt, dass Eigentum verpflichtet! Das heißt, die Menschen müssen zunächst einmal auch selber für die Sicherung ihres Eigentums sorgen.

 

 

Eigenverantwortung- Vorbeugung- Repression: Das sind die tragenden Säulen der Kriminalitätsbekämpfung!

 

Wir sind uns als Kreispolizeibehörde Viersen unserer Verantwortung bewusst: Wir stehen für Sicherheit und es ist eine unserer Kernaufgaben als Polizei, die Menschen möglichst vor Schaden durch Straftaten zu bewahren.

Dies tun wir an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln und mit den uns zugewiesenen Ressourcen. Dass diese allerdings begrenzt sind, ist bekannt.

Zwar stehen wir damit nicht alleine im Land NRW, aber das tröstet weder uns noch kann es die Menschen im Kreis beruhigen.

Wohnungseinbrüche

Jeder Wohnungseinbruch beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen massiv.

Oft dauern die psychischen Beeinträchtigungen für die Opfer von Wohnungseinbrüchen jahrelang an. Manchmal entschließt sich ein Opfer sogar zu einem Umzug, weil es sich nach dem Einbruch in seinen eigenen vier Wänden nicht mehr wohlfühlt.

Seit einigen Jahren haben wir die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs zu unserem Schwerpunkt in der Kriminalitätsbekämpfung gemacht.

Leider ist es uns trotz aller Anstrengungen nicht gelungen, die Zahl der Delikte 2016 nennenswert zu senken.

Auch die Aufklärungsquote ist nicht gut:
Im vergangenen Jahr konnten wir nur jeden zehnten Wohnungseinbruch aufklären. Dies ist eine schlechte Quote.

Wir haben natürlich durch viele Analysen, Gespräche und Überlegungen versucht, die Ursachen zu analysieren und Verbesserungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
Wir haben in zahlreichen Schwerpunkt- und Sondereinsätzen mit großem Kräfteansatz versucht, Wohnungseinbrecher von ihrem Vorhaben abzuhalten und aufzuspüren. Leider haben diese Maßnahmen bislang nicht im gewünschten Umfang belegbar gegriffen.

Allerdings: Ob wir ohne diese Sondereinsätze noch mehr Wohnungseinbrüche gehabt hätten, ist rein spekulativ.

Im Ergebnis:
Wir sind mit der Entwicklung der Fallzahlen und Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruch nicht zufrieden.

Wir prüfen fortlaufend unsere Prozesse, suchen Verbesserungsmöglichkeiten und bilden Schwerpunkte, denn wer alles macht, macht im Ergebnis nichts (richtig).

In Teilen sind bereits Prozesse angepasst und werden das im Jahr 2017 fortsetzen:

Wir haben im Fachkommissariat 2 für den Wohnungseinbruch einen Tatortdienst eingerichtet, der grundsätzlich mit qualifiziertem Personal alle Tatorte von Wohnungseinbrüchen noch einmal aufsucht und eine professionelle Spurensuche und -sicherung vornimmt.

Wir werden eine feste Kriminalwache zum 01.09. 2017 einrichten und rund um die Uhr besonders qualifiziertes Fachpersonal der Kripo für die Tatortaufnahme, Spurensuche und -sicherung vorhalten.

Durch eine fortlaufende Information der Öffentlichkeit, gerade auch über die Medien, wollen wir die Menschen informieren, wo Einbrüche passieren, wie sie passieren, worauf man als Nachbar achten sollte, wie man sich schützen kann und welche Beobachtungen über 110 der Polizei mitgeteilt werden sollten.

Da liegen noch große Verbesserungsmöglichkeiten:

Deutlich mehr Menschen sichern ihr Eigentum bereits und passen auf. Viele Menschen allerdings sind immer noch viel zu sorglos und machen den Einbrechern das Leben viel zu leicht.

Wir bekommen immer mehr Hinweise auf verdächtige Beobachtungen. Das freut uns! Leider müssen wir aber immer noch bei unseren Befragungen, Vernehmungen und Bürgergesprächen feststellen, dass Menschen etwas „Komisches“ zwar beobachtet haben, uns aber leider erst bei späteren Ermittlungen davon erzählen. Entweder haben sie ihre Beobachtungen falsch eingeschätzt, sie sich „schön“ geredet oder sie wollten niemanden mit einem Anruf bei der Polizei falsch verdächtigen.

Der Notruf unterblieb und die Täter waren erfolgreich!

Daher wiederhole ich an dieser Stelle noch einmal:

Sie verdächtigen niemanden zu Unrecht, wenn Sie über 110 eine verdächtige und „seltsame“ Beobachtung mitteilen.

Alleine ein fremdes Geräusch aus der Nachbarwohnung sollte dann zu einem Notruf führen, wenn Sie es als seltsam empfinden.

Hören Sie auf Ihr Gefühl,

wir sind dafür da, den redlichen Gärtner im Nachbargarten von einem Einbrecher zu unterscheiden!