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Jahresrückblick Kriminalität 2018 Kreis Viersen

Landrat Dr. Andreas Coenen
Jahresrückblick Kriminalität 2018 Kreis Viersen
Die Kriminalität im Jahr 2018 im Vergleich zu den Vorjahren
Die Kreispolizeibehörde Viersen stellt an dieser Stelle mit einleitenden Worten den kommentierten Jahresrückblick zur Kriminalitätsentwicklung 2018, der sich rechts in der Box befindet, vor:
Polizei Viersen, Heymanns, KHK'in

Ich freue mich, Ihnen auch in diesem Jahr viele positive Nachrichten überbringen zu können.

Die wichtigste zuerst:

Der Kreis Viersen ist sicher!

Diesen Satz habe ich bereits an gleicher Stelle im vergangenen Jahr gesagt. In diesem Fall wiederhole ich mich sehr gerne. Dies tue ich auch in Anbetracht einer Sexualstraftat in Nettetal-Breyell, die vor wenigen Tagen angezeigt wurde.

Natürlich sind derartige Straftaten für die Opfer, Angehörigen und auch für die Bevölkerung sehr belastend und beängstigend.

Die Gesamtschau auf die registrierten Straftaten im Kreis Viersen aber belegt die Aussage, dass der Kreis Viersen sicher ist:

Unsere Polizei ist auf dem richtigen Weg: Die Kriminalität sinkt. Sie lag im Jahr 2018 deutlich unter dem Fünfjahresschnitt. Auch die Aufklärungsquote ist neuerlich leicht gestiegen und liegt über der im Land NRW.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Jahresergebnis 2018. Ich bedanke mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreispolizeibehörde Viersen für ihre professionelle Arbeit zum Wohle und zur Sicherheit der Bevölkerung.

Der Rückgang der Kriminalität ist teilweise beeinflusst durch einen Rückgang bei schweren Straftaten. Dazu gehören beispielsweise ein Rückgang bei den Sexualstraftaten und ein Rückgang bei Wohnungseinbrüchen – bei schweren Straftaten also, die die Menschen zu Recht verunsichern und die ein Problem für die Sicherheitslage darstellen.

Andere schwere Straftaten sind hingegen teilweise gestiegen. Leider gehört dazu auch, dass es mehr Tötungsdelikte gab als in den Vorjahren. Es handelt sich um Einzelfälle, hinter denen aber jedes Mal ein Menschenleben steht. Deswegen gilt es, nicht zum Tagesgeschäft überzugehen, sondern die Fälle genau zu betrachten.

Wie Sie wissen, sorgen „unsere“ Einsatzkräfte nicht nur im Kreis Viersen für Sicherheit. Immer wieder rücken wir auch zur Unterstützung in andere Behörden aus. Wir begleiten Demonstrationen und andere Großeinsätze im Land Nordrhein-Westfalen.

In diesem Jahr haben wir über Wochen hinweg mit vielen Einsatzkräften rund um die Uhr unsere Kolleginnen und Kollegen aus Aachen beim Einsatz im Hambacher Forst unterstützt. Das, was die Einsatzkräfte dort ertragen mussten, ist hinlänglich bekannt. Es liegt mir fern, hier darüber zu richten, aber es ist mir sehr wichtig, auch hier in aller Deutlichkeit zu sagen und einzufordern:

Unsere Polizistinnen und Polizisten, wie auch der Rettungsdienst oder die Kameraden der Feuerwehr, verdienen Respekt.

Es darf nicht sein, dass Menschen, Helferinnen und Helfer angreifen, beleidigen oder bespucken. Wer Polizistinnen und Polizisten angeht, während sich die Kolleginnen und Kollegen um das Allgemeinwohl kümmern oder sogar Menschenleben retten, stellen sich mit ihrem Handeln ins Abseits unserer demokratischen Ordnung. Sie verdienen eine gerechte Strafe.

Zum Glück hat es im vergangenen Jahr in unserem Kreis keine besonders Aufsehen erregenden Zwischenfälle dieser Art gegeben, aber auch unsere Einsatzkräfte werden immer wieder beleidigt, bedroht, körperlich attackiert und müssen Widerstände brechen. Die Respektlosigkeit nimmt zu und es ist unser aller Aufgabe, solchen Tendenzen entschieden entgegenzutreten.

Das Gros der Menschen indes steht hinter unseren Rettungskräften, hinter der Polizei und hinter unserer Demokratie. Und diese Unterstützung brauchen wir bei der täglichen Polizeiarbeit: ein gutes Miteinander von Polizei und Bevölkerung in einer Sicherheitspartnerschaft.

Ich möchte mich bei den Menschen bedanken, die uns unterstützen, die Zivilcourage zeigen und gemeinsam mit unseren Polizistinnen und Polizisten für ein friedliches Miteinander in unserem Kreis einstehen.

Ihr Landrat Dr. Andreas Coenen

 

 

 

Grußwort des Abteilungsleiter Polizei, LPD Manfred Krüchten:

Unser Landrat hat es deutlich gemacht:

Gute Polizeiarbeit ist eine effektive Möglichkeit, der Kriminalität wirksam zu begegnen. Ohne die Bevölkerung ist die Polizei aber nicht in der Lage, Kriminellen einen Riegel vorzuschieben- und das wollen wir möglichst im wahrsten Sinne des Wortes tun.

Mit gemeinsamen Anstrengungen sind wir aber auf einem guten Weg, das zeigen uns die Zahlen der vergangenen Jahre.

Wir hatten leider mehr Tötungsdelikte als im Vorjahre und genau so viele wie 2014. Dies ist eine betrübliche Entwicklung, die ich an dieser Stelle trotz der überwiegenden guten Nachrichten und in fast allen Bereichen gesunkenen Fallzahlen nicht verschweigen möchte. Es sind nur kleine Zahlen. Aber hinter diesen „kleinen“ Zahlen an Straftaten stecken menschliche Tragödien. Die Hinterbliebenen oder Überlebenden kämpfen ein Leben lang mit den Folgen und dem Verlust. Leider lassen sich nicht alle Straftaten verhindern.

Kriminalitätsbekämpfung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und wir als Polizei sind auf die Zusammenarbeit mit und die Hinweise aus der Bevölkerung, also von Ihnen, angewiesen, um erfolgreich zu sein.

Leider scheuen sich nach wie vor Menschen, so erfahren wir es bei unseren Ermittlungen hinterher immer wieder, die 110 anzurufen, wenn ihnen irgendetwas komisch und verdächtig vorkommt. Aber genau darum bitten wir immer wieder:

Es reicht ein „komisches“ Gefühl wirklich aus, uns zu informieren, dafür sind wir da. Wir kommen lieber einmal „umsonst“, als zu spät oder gar nicht.

Ich glaube sagen zu dürfen: Wir haben im Jahr 2018 gute Arbeit bei der Kriminalitätsbekämpfung geleistet. In manchen Punkten hätten wir gerne bessere Ergebnisse erzielt, wenn ich zum Beispiel an die Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruch denke. Manchmal aber reichen eine gute Tatortaufnahme, eine gute Spurensicherung und gute Ermittlungen einfach nicht aus, um eine Straftat aufzuklären. Manchmal ist man dabei auch auf Kommissar Zufall und Glück angewiesen oder auf den Hinweis eines aufmerksamen Nachbarn. In diesem Jahr hatten wir leider bei der Tatserienerkennung nicht so viel Glück.

Eine unlängst geklärte Serie, auch mit Taten aus dem Kreis Viersen, bei der Ermittlungskommission der Neusser Polizei wird erst im nächsten Jahr statistisch zu Buche schlagen. Landesweite Unterstützungen, auch durch die Viersener Polizei, haben Einfluss auf die Verfügbarkeit der eigenen Polizeikräfte. Wir mussten über einen längeren Zeitraum auf einen Teil der eigenen Kräfte verzichten, wie beim Einsatz rund um den Hambacher Forst.

Wer nicht dort war, musste im Kreis Viersen das Fehlen der Kolleginnen und Kollegen durch Zusatzdienste ersetzen. Das waren nicht unerhebliche Belastungen, die die Polizei Viersen professionell und hoch motiviert bewältigt hat.

Darum ist es mir auch ein Anliegen, mich bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu bedanken, die einerseits im Hambacher Forst die Polizei NRW unterstützt haben und bei denen, die hier geblieben sind und die Arbeit der Abwesenden mitgetragen haben.

Danke sage ich aber auch der Bevölkerung im Kreis Viersen für viele Hinweise und für gezeigte Zivilcourage. Zwar zählen wir es nicht, aber gefühlt habe ich im Jahr 2018 mehr Dankschreiben an Hinweisgeber und couragierte Menschen versandt als je zuvor.