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Jahresrückblick Kriminalität 2020

Landrat Dr. Andreas Coenen
Jahresrückblick Kriminalität 2020
Die Kreispolizeibehörde Viersen stellt an dieser Stelle mit einleitenden Worten den kommentierten Jahresrückblick zur Kriminalitätsentwicklung 2020, der sich rechts in der Box befindet, vor:
Polizei Viersen / Michael Radloff

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein besonderes Jahr liegt hinter uns allen und noch immer müssen wir Corona-bedingt in besonderen Zeiten leben.

Die Pandemie fordert uns privat in allen Bereichen, aber sie stellt auch die Polizei vor besondere Anforderungen:

Zusätzliche neue Herausforderungen im Zusammenhang mit der Eindämmung der Corona-Pandemie, die wir gemeinsam mit den Ordnungsbehörden bewältigen müssen, neue und zusätzliche Kriminalitätsphänomene mit Bezug zu Corona und auch Einschränkungen in der Verfügbarkeit des Personals bei der Polizei haben uns zu unseren üblichen Aufgaben gefordert und werden uns auch noch eine Weile beschäftigen.

Daneben ist die Zahl der Straftaten erstmalig seit Jahren wieder angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen wir eine Steigerungsrate von insgesamt gut 8 %. Damit ist knapp das Niveau aus dem Jahr 2016 erreicht. Vor allem der Bereich der Kriminalität mit dem Tatmittel Internet verzeichnet einen starken Zuwachs.

Die Aufklärungsquote liegt in diesem Jahr bei 48,6% und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 % gesunken.

Der Anstieg registrierter Kriminalität bedingt natürlich auch eine höhere Kriminalitätshäufigkeitszahl - also die Anzahl der Straftaten berechnet auf 100.000 Einwohner - als im Vorjahr. Dennoch ist die Kriminalitätshäufigkeitszahl im Kreis Viersen immer noch sehr deutlich unter dem Schnitt im Land NRW und auch immer noch unter dem Schnitt aus den letzten fünf Jahren. Daher kann ich guten Gewissens sagen: „Der Kreis Viersen ist sicher!“ Die Menschen leben bei uns deutlich sicherer, als das im Land NRW durchschnittlich der Fall ist. Und das ist eine gute Nachricht!

Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir weiterhin gut aufeinander aufpassen und dies meine ich nicht nur im Zusammenhang mit der Pandemie.

Das „Auge auf für Nebenan“, also ein funktionierendes Miteinander in der Sozialgemeinschaft, und Zivilcourage, Verdachtsmomente zu melden, sind sehr gute Mittel, Straftaten zu verhindern und aufklären zu können.

Dieses „Auge auf für Nebenan“ wünsche ich mir für die Sicherheit im Kreis Viersen. 

 

Ihr Dr. Andreas Coenen
(Landrat)

Grußwort des Abteilungsleiter Polizei, LPD Dietmar Maus:

Unser Landrat hat es deutlich gemacht:

Strategisch hatten wir uns seit einigen Jahren bei der Kriminalitätsbekämpfung auf die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs als Schwerpunkt fokussiert.

Die Zahlen lassen auch für das Jahr 2020 neuerlich den Schluss zu, dass wir hier weiterhin erfolgreich arbeiten.

Mit über 900 Wohnungseinbrüchen sind wir im Jahr 2015 gestartet, den Wohnungseinbrechern einen Riegel vorzuschieben. Im Jahr 2020 hat sich die Zahl der Wohnungseinbrüche nahezu halbiert.

Das ist eine Entwicklung, die mir zeigt, dass wir das richtige Konzept anwenden, um dieses für die Menschen sehr beunruhigende Phänomen in den Griff zu bekommen. Wenn man sich in seinen eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlen kann, dann leidet die Lebensqualität erheblich.

Allerdings müssen wir leider feststellen, dass die Bereitschaft, sich mit Sicherungsmöglichkeiten für die eigenen vier Wände zu beschäftigen, zurückgegangen ist. Das hängt vermutlich auch mit der Pandemie und den Kontakteinschränkungen zusammen. Trotzdem sollte jeder selbst dafür Sorge tragen, sein Haus bzw. seine Wohnung ausreichend zu schützen.

Gestiegen ist die Kriminalität, bei der das Internet zum Einsatz kommt. Hier verzeichnen wir einen Zuwachs von 78 %. Darunter fallen sämtliche Betrügereien mit und über das Medium Internet. In vielen Fällen sind die Täter gar nicht oder sehr schwer zu ermitteln. Dies manifestiert sich im Absinken der Aufklärungsquote. 

Weiterhin gestiegen sind auch die Fallzahlen bei den bekannt gewordenen Sexualstraftaten. Das ist jedoch eher kein Zeichen dafür, dass die Kriminalität in diesem Bereich steigt. Gerade bei den Sexualdelikten und ganz besonders beim sexuellen Missbrauch von Kindern gibt es ein ganz erhebliches Dunkelfeld. Steigende Fallzahlen in der Kriminalstatistik bei den Sexualdelikten sind eher ein Zeichen für ein verändertes Anzeigeverhalten, eine hohe Sensibilität in der Bevölkerung sowie in den eigenen Reihen der Polizei. Solche statistischen Entwicklungen bewerte ich daher als durchaus positiv. Sie sind das Ergebnis der beabsichtigten, dringend notwendigen Aufhellung des Dunkelfeldes durch gute Prävention, der Aufstockung der dort eingesetzten Personal- und Sachmittel sowie einer konsequenten Verfolgung. Je kleiner das Dunkelfeld wird, umso mehr Opfer konnten vor weiterem Missbrauch geschützt werden. Der Bekämpfung dieser verwerflichen Straftaten werden wir auch weiterhin eine hohe Priorität einräumen.

Bei einem weiteren Deliktsbereich - den Straftaten zum Nachteil der Seniorinnen und Senioren - verzeichnen wir erfreulicherweise einen Rückgang der Fallzahlen. Nach wie vor wurden trotzdem kreisweit immer noch mehrere hundert Seniorinnen und Senioren von Kriminellen angerufen, die sich als vermeintliche Verwandte, Polizisten, Notare oder Ärzte ausgaben, um mit Einschüchterung und dem Heraufbeschwören großer Ängste die alten Menschen um ihr Hab und Gut zu bringen.

Selbst ein erfolgreicher Schlag gegen Callcenterbetreiber in der Türkei hat nicht dazu geführt, dass die Straftaten mit dieser Arbeitsweise („Modus Operandi“) verschwinden. Diese Art des Betruges wird immer wieder an die Begebenheiten angepasst.

Gerade deswegen ist in diesem Deliktsbereich die Prävention so wichtig. Inzwischen sind die bei uns angezeigten Taten in über 97% der Fälle gescheitert, weil die Senioren den Betrugsversuch durchschaut haben. Sie waren informiert und über die verschiedenen Maschen der Betrüger aufgeklärt. Damit kamen die Täter nicht zum gewünschten Erfolg.

Daher werden wir auch weiterhin unsere Beratungen zum Schutz vor Kriminalität fortsetzen. Nutzen Sie die Angebote unserer kriminalpolizeilichen Beraterinnen und Berater und machen Sie es den Kriminellen so schwer wie möglich!

Wir werden unseren Teil nach Kräften leisten und hoffen dabei weiterhin auf Ihre Mithilfe. Vielen Dank!

 

Ihr

Dietmar Maus
(Abteilungsleiter Polizei)

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