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Jahresrückblick Verkehrsunfallgeschehen 2020

Zerstörtes Fahrrad nach Unfall auf der B221
Jahresrückblick Verkehrsunfallgeschehen 2020
Die Polizei Viersen stellt die Verkehrsunfallentwicklung für das Jahr 2020 vor. Der Jahresrückblick 2020 befindet sich rechts oben in der Box.
Polizei Viersen

Vorwort von Landrat Dr. Andreas Coenen:

Ein besonderes Jahr liegt hinter uns allen und die Pandemie hat sicherlich auch einen Einfluss auf die Verkehrsunfallentwicklung genommen.

Viel Homeoffice und damit weniger Präsenz an den Arbeitsstellen, lange Lockdown-Zeiten in den Schulen und im Einzelhandel haben das Jahr 2020 bestimmt. Kurzum: Im Straßenverkehr war weniger Betrieb als in normalen Jahren!

In fast allen Bereichen haben wir erfreuliche Entwicklungen im Verkehrsunfallgeschehen festgestellt. Es gab weniger Unfälle, weniger Verletzte und einen Toten weniger zu beklagen als im Vorjahr. Und in fast allen Bereichen liegen die Ergebnisse des Jahres 2020 unter dem 5-Jahres-Schnitt.

Auf der einen Seite stehen damit die durchweg guten statistischen Ergebnisse, auf der anderen Seite steht aber hinter jeder verunglückten Person in der Statistik großes menschliches Leid – die Unfallfolgen begleiten die Verletzten und ihre Familien oft ein Leben lang. Daher sind diese Fälle eben nicht ein Strich in der Statistik, sondern menschliche Tragödien.

Jeder Verkehrsunfall ist einer zu viel und wir werden mit allen Mitteln weiter daran arbeiten, Verkehrsunfälle zu verhindern und die Unfallfolgen zu minimieren.

Wir müssen aufeinander aufpassen! Unfälle passieren nicht, sie werden verursacht durch Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Genau daran arbeiten wir, aber auch alle Teilnehmenden im Straßenverkehr müssen das tun.

Gegenseitige Rücksichtnahme ist hier das „Zauberwort“.

Auch wenn wir in unserem Behördenschwerpunkt „Radfahrerunfälle mit Verletzten und Toten besonders mit Kindern“ in allen Bereichen positive Entwicklungen verzeichnen, so kann ich mich darüber nicht freuen, wenn auf der anderen Seite sechs tote Radfahrer zu beklagen sind.

Die positiven Entwicklungen zeigen mir dennoch, dass wir mit unserer Polizeiarbeit im Zusammenwirken mit unseren Kooperationspartnern auf dem richtigen Weg sind, was die Radfahrunfälle mit Kindern betrifft.

In unserem Behördenschwerpunkt haben wir erreicht, dass die Zahl der verunglückten Kinder und besonders die der Rad fahrenden Kinder deutlich gesunken ist.

Beispielhaft für unsere Aktivitäten in diesem Bereich möchte ich noch einmal auf das sehr erfolgreiche Videoschulprojekt „Radfahrsicherheit“ zurückblicken, das wir im Jahr 2020 mit der Prämierung der Siegerfilme abgeschlossen haben. Bei diesem Projekt haben Schülerinnen und Schüler Videofilme zum Thema „Radfahrunfälle“ produziert und uns damit auch ihre Sicht auf die Problematik vor Augen geführt. Es sind tolle Filme geworden, die auch in den Landeskanälen der Polizei und in den Sozialen Medien sehr gute Resonanzen haben.

Die Kinder und Jugendlichen haben uns damit auch gezeigt, aus wie vielen verschiedenen Blickwinkeln man sich den Ursachen für diese Unfälle widmen muss.

Die Ergebnisse bestätigen uns dabei, unsere Aktivitäten fortzusetzen - aber auch weiterhin zu überprüfen und zu analysieren, ob wir das Richtige tun. Auch arbeiten wir ständig daran, weitere Möglichkeiten zu finden, um die Straßen des Kreises sicherer zu machen. Auch für dieses Jahr planen wir noch im März den Start einer neuen Kampagne für die Sicherheit der Rad fahrenden Kinder.

Nicht alles können wir als Polizei beeinflussen und besonders bei der Verkehrserziehung sind vorrangig die Eltern, aber auch Kindergärten und Schulen als Kooperationspartner wichtig.

An oberster Stelle steht für alle: Gegenseitige Rücksichtnahme, vorausschauendes Fahren, das Achten der Verkehrsregeln und des besonderen Schutzes der schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Dies verhindert Unfälle und damit auch Leid für alle Beteiligten.

 

Ihr Dr. Andreas Coenen
(Landrat)

Grußwort des Abteilungsleiters Polizei, LPD Dietmar Maus:

Vorwort des Abteilungsleiters Polizei Dietmar Maus:

Neben unseren repressiven Maßnahmen und Kontrollen im Straßenverkehr ist die Präventionsarbeit für die Bekämpfung der Verkehrsunfälle fundamental wichtig.

Herr Dr. Coenen hat es bereits deutlich gemacht: Jeder Unfall mit Toten und Verletzten ist ein Unfall zu viel. Durch einen Unfall und seine Folgen sind - so Untersuchungen - im Schnitt 100 Menschen im sozialen Nahbereich der Beteiligten betroffen. Es lohnt sich also, dieses Leid mit nach Möglichkeit zu verhindern.

Das tun wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln tagtäglich - wissen aber, dass wir tatsächlich nur einen bedingten Einfluss auf die Verkehrssicherheit haben.

An dem unfallverursachenden Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer arbeiten wir mit verkehrserzieherischen Maßnahmen oder mit Kontrollen und Ahndungen der festgestellten Verstöße. Das menschliche Fehlverhalten können wir jedoch nur bedingt beeinflussen. Wir können an die Rücksicht und Vorsicht appellieren und das Einhalten der Verkehrsregeln einfordern. Verstöße reglementieren wir konsequent. Ändern hingegen muss sein Verhalten jede/jeder selbst.

Wir haben unsere Verkehrssicherheitsarbeit präventiv wie repressiv seit einigen Jahren schwerpunktmäßig auf die Verhinderung von Unfällen mit Radfahrern, besonders Rad fahrenden Kindern ausgerichtet und das wird auch zunächst so bleiben:

Erstens sind Bekämpfungsstrategien sinnigerweise ohnehin längerfristig angelegt, denn oft dauert es, bis der gewünschte Effekt sich positiv in den Statistiken ablesen lässt. Die Ergebnisse des Jahres 2020 stimmen mich sehr zuversichtlich, dass wir das Richtige tun!

Doch nicht nur die Rad fahrenden Kinder bereiten uns Sorge: Unsere Seniorinnen und Senioren sind eine Altersgruppe, der wir uns ebenfalls mit besonderem Augenmerk widmen:

Von den zehn Verkehrstoten des Jahres 2020 waren sieben Menschen älter als 64 Jahre, fünf der tödlich verletzten Senioren waren dabei mit dem Fahrrad bzw. Pedelec unterwegs.

Immer mehr Senioren nutzen ein Pedelec. Vermutlich unterschätzen viele das andere Fahr- und Bremsverhalten ihres Gefährts im Vergleich zum Fahrrad und verunglücken deshalb mit ihrem Pedelec. Die Entwicklung im Jahr 2020 haben wir zum Anlass genommen, gemeinsam mit der Volkshochschule Viersen ein Seminar zum sicheren Pedelecfahren für Senioren anzubieten, das sehr gut angenommen wurde. Leider bremst uns hier derzeit auch die Pandemie ein wenig aus, aber sobald die Corona-Lage es wieder zulässt, werden wir unsere Seminarangebote wiederaufnehmen.

Ich schließe mich den Worten des Landrats mit dem Appell an:

Achten Sie auch im Straßenverkehr aufeinander. Halten Sie sich an die Regeln und schützen Sie damit Ihr eigenes und das Leben und die Gesundheit anderer Verkehrsteilnehmer! Es ist eine schwere Bürde, damit leben zu müssen, dass man aus Unachtsamkeit oder wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit, wegen eines kurzen Blicks auf das Smartphone während der Fahrt oder aufgrund anderer Regelverstöße ein Menschenleben ausgelöscht oder lebenslange Folgen für das Opfer verursacht hat.

Denken Sie bitte vor Fahrtantritt an die möglichen Folgen und achten Sie ganz besonders auf die schwachen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Vielen Dank!

 

Ihr Dietmar Maus
(Abteilungsleiter Polizei)

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